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- SPORT VERNETZT in Luckenwalde: Wie lokale Netzwerke Kinder dauerhaft in Bewegung bringen
Genau an dieser Frage setzt die bundesweite Initiative SPORT VERNETZT an. Seit Kurzem gehört auch Luckenwalde zu den Standorten. Der offizielle Kick-off fand am 17. Oktober beim FSV 63 Luckenwalde und anschließend im Werner-Seelenbinder-Stadion statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Sport, Kommune, Politik, Schule und Kindertagesbetreuung kamen zusammen, um das Projekt vorzustellen und über seine weitere Entwicklung zu sprechen.
Sport dort anbieten, wo Kinder ihren Alltag verbringen
Die Grundidee von SPORT VERNETZT ist ebenso einfach wie anspruchsvoll: Bewegungsangebote sollen nicht erst dort beginnen, wo Kinder den Weg in einen Sportverein gefunden haben.
Stattdessen werden Sportvereine, Kitas, Schulen, Kommunen und weitere Akteure innerhalb eines Sozialraums miteinander verbunden. So sollen regelmäßige und niedrigschwellige Bewegungsangebote direkt dort entstehen, wo Kinder ohnehin einen großen Teil ihres Alltags verbringen.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Kinder frühzeitig an eine bestimmte Sportart oder einen bestimmten Verein zu binden. Die Angebote sollen vielseitig sein und zunächst Freude an Bewegung vermitteln.
Die Vision von SPORT VERNETZT lautet entsprechend: Jedes Kind soll die Chance haben, Sportbürgerin oder Sportbürger zu werden.
Die Initiative wurde 2021 von ALBA BERLIN gemeinsam mit Stiftungspartnern ins Leben gerufen. Mittlerweile wird der Ansatz an mehr als 70 Standorten umgesetzt und erreicht nach Angaben der Initiative wöchentlich mehr als 23.000 Kinder. Luckenwalde ist einer von elf Standorten in Brandenburg.
Der FSV 63 bringt bereits starke Strukturen mit
In Luckenwalde übernimmt der FSV 63 Luckenwalde die Rolle des lokalen Treibers.
Dabei beginnt der Verein keineswegs bei null. Schon seit 2010 engagiert sich der FSV im Bereich der frühkindlichen Bewegung. Es folgten unter anderem eine Partnerschaft mit der Friedrich-Ludwig-Jahn-Oberschule, Schularbeitsgemeinschaften an Grundschulen und eigene Ferienangebote.
Heute erreicht der Verein mehr als 300 Kinder über Angebote in Kitas, Schulen und Ferienformaten, rund 200 davon wöchentlich. Acht Kitas, vier Grundschulen und eine Oberschule gehören bereits zu den Kooperationspartnern. Insbesondere im Kitaalter sind die Bewegungsangebote bewusst sportartübergreifend angelegt.
Diese Arbeit bündelt der FSV künftig unter der neuen Dachmarke PELIKAN-BANDE. Sie steht für die Aktivitäten des Vereins außerhalb des klassischen Trainings- und Wettkampfbetriebs und bildet zugleich die lokale Umsetzung von SPORT VERNETZT.
Aus Sicht des Kreissportbundes ist dabei besonders interessant, dass der FSV seine entstandenen Strukturen perspektivisch auch für andere Sportvereine öffnen möchte. Kinder sollen dadurch unterschiedliche Sportarten kennenlernen können und nicht ausschließlich Fußball.
Vernetzung braucht mehr als eine gute Idee
Beim Kick-off wurde aber auch deutlich: Gute Konzepte allein reichen nicht.
Damit solche Netzwerke dauerhaft funktionieren, braucht es verlässliche Partner, qualifizierte Trainerinnen und Trainer, organisatorische Strukturen und eine langfristige Finanzierung.
Der FSV 63 macht selbst deutlich, dass der inzwischen erreichte Umfang der Arbeit nicht mehr ausschließlich ehrenamtlich getragen werden kann. Für eine dauerhafte Entwicklung sind insbesondere stabile Strukturen für Projektorganisation und Trainerstunden notwendig.
Diese Frage ist auch aus Sicht des Kreissportbundes entscheidend.
Denn die Voraussetzungen sind innerhalb unseres Landkreises sehr unterschiedlich. Neben größeren Städten gibt es weitläufige und ländlich geprägte Sozialräume. Kleinere Sportvereine verfügen häufig nur über begrenzte personelle Kapazitäten und sind stark vom ehrenamtlichen Engagement abhängig. Gleichzeitig gelingt die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindertagesstätten nicht überall gleichermaßen leicht.
Deshalb wird sich ein erfolgreiches Modell aus Luckenwalde nicht einfach eins zu eins auf jeden anderen Ort übertragen lassen.
Was können wir für andere Sozialräume lernen?
Genau darüber wurde beim Kick-off intensiv gesprochen.
Ein Ansatz ist, vorhandene gute Beispiele stärker sichtbar zu machen. So könnte etwa die Kita Rundbau ihre Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit dem Sport weitergeben und mit anderen Kindertagesstätten vernetzt werden. Dadurch könnten konkrete Umsetzungsmöglichkeiten gezeigt und mögliche Vorbehalte gegenüber neuen Kooperationen abgebaut werden.
Landrätin Kornelia Wehlan regte zudem an, SPORT VERNETZT und die vorhandenen sportpädagogischen Materialien künftig noch gezielter in Kindertagesstätten vorzustellen.
Auch eine weitere Perspektive ist bereits entstanden: Gemeinsam soll geprüft werden, ob ein zusätzlicher Sozialraum im Landkreis für einen ähnlichen Entwicklungsprozess infrage kommt.
Als möglicher Standort wurde Niedergörsdorf ins Gespräch gebracht. Dort könnte insbesondere die Verbindung zu einer Schule im Startchancen-Programm interessante Möglichkeiten für zusätzliche Bewegungsangebote eröffnen.
Für den Kreissportbund ist dabei vor allem die Frage spannend, welche Rolle wir bei der Vernetzung von Vereinen, Bildungseinrichtungen, Kommunen und weiteren Partnern übernehmen können.
Schrittweise wachsen statt fertige Modelle übertragen
Eine wichtige Erkenntnis aus dem Austausch war deshalb auch: Solche Strukturen entstehen nicht über Nacht.
Auch der FSV 63 hat seine heutigen Kooperationen über viele Jahre schrittweise aufgebaut. Genau darin liegt möglicherweise eine der wichtigsten Erfahrungen für andere Regionen.
Nicht jeder Verein muss sofort ein großes Netzwerk aufbauen. Entscheidend ist vielmehr, geeignete Partner zu finden, erste verlässliche Angebote zu schaffen und Kooperationen anschließend kontinuierlich weiterzuentwickeln.
SPORT VERNETZT kann hierfür Impulse, Erfahrungen und Netzwerke bereitstellen. Ob daraus langfristig tragfähige Strukturen entstehen, entscheidet sich jedoch vor Ort.
Ein spannender Ansatz für Teltow-Fläming
Der Start von SPORT VERNETZT in Luckenwalde ist deshalb aus unserer Sicht mehr als der Beginn eines neuen Projekts beim FSV 63.
Er zeigt, welches Potenzial entstehen kann, wenn Sportverein, Kita, Schule, Kommune und weitere Partner innerhalb eines Sozialraums gemeinsam Verantwortung für Bewegung übernehmen.
Gleichzeitig wird deutlich, welche Voraussetzungen dafür notwendig sind: engagierte Menschen vor Ort, professionelle Koordination, verlässliche Finanzierung und die Bereitschaft, langfristig zusammenzuarbeiten.
Wir möchten die weitere Entwicklung in Luckenwalde deshalb aufmerksam begleiten und gemeinsam mit den beteiligten Partnern prüfen, welche Erfahrungen auch für andere Sozialräume in Teltow-Fläming genutzt werden können.
Denn am Ende steht eine gemeinsame Zielsetzung:
möglichst vielen Kindern einen einfachen und dauerhaften Zugang zu Bewegung und Sport zu ermöglichen.
Gemeinsam für den Sport in Teltow-Fläming.

