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- LEADER ab 2028: LAG „Rund um die Flaeming-Skate“ fordert klare Unterstützung für den ländlichen Raum
Im Zuge der Beratungen zum nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union (ab 2028) drohen tiefgreifende strukturelle Veränderungen, die bewährte Förderinstrumente wie LEADER erheblich schwächen könnten.
Vor diesem Hintergrund hat die Lokale Aktionsgruppe (LAG) „Rund um die Flaeming-Skate“ e. V. ein gemeinsames Schreiben an die Landespolitik gerichtet. Darin fordern die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner die Mitglieder des Landtages sowie die Landesregierung nachdrücklich auf, sich für den Erhalt und die Stärkung von LEADER und der ländlichen Entwicklung einzusetzen.
LEADER ist unverzichtbar für lebendige ländliche Räume
LEADER ist seit vielen Jahren eines der wichtigsten Instrumente der regionalen Entwicklung. Es ermöglicht Kommunen, Vereinen, Initiativen und regionalen Akteuren, Projekte umzusetzen, die ohne diese Förderung nicht realisierbar wären – von Begegnungsorten über touristische Infrastruktur bis hin zu Angeboten für Jugend, Kultur, Ehrenamt und Klimaschutz.
Gerade finanzschwache Kommunen sind auf LEADER angewiesen. Steigende Eigenanteile, sinkende Kofinanzierungssätze und hohe Vorfinanzierungslasten würden viele Gemeinden faktisch von der Förderung ausschließen. Entwicklung im ländlichen Raum käme dann vielerorts zum Stillstand – mit spürbaren sozialen und demografischen Folgen.
Warnung vor Zentralisierung und Wettbewerbslogik
In dem Schreiben wird deutlich vor einer zunehmenden Zentralisierung der EU-Förderpolitik gewarnt. Große, wettbewerbsorientierte Förderfonds auf nationaler Ebene benachteiligen strukturell den ländlichen Raum. Kommunen mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen hätten kaum Chancen gegenüber Städten mit leistungsstarken Verwaltungen.
LEADER verfolgt bewusst einen anderen Ansatz: regional verankert, partizipativ und bedarfsorientiert. Dieser Ansatz darf nicht aufgeweicht oder in zentralisierte Förderstrukturen überführt werden.
Zentrale Forderungen der LAG
Die LAG „Rund um die Flaeming-Skate“ fordert unter anderem:
- eine verbindliche Mindestquote (Ringfencing) für LEADER/CLLD,
- den Erhalt des ganzheitlichen LEADER-Ansatzes ohne Abwertung,
- ausreichend hohe EU-Kofinanzierung, damit finanzschwache Kommunen nicht ausgeschlossen werden,
- ländliche Räume als eigenständiges Ziel der Kohäsionspolitik,
- Planungssicherheit für die Förderperiode ab 2028,
- die Stärkung der Lokalen Aktionsgruppen als regionale Partner,
- sowie eine echte Vereinfachung der Antrags- und Verwaltungsverfahren.
Ländliche Entwicklung ist eine politische Kernaufgabe
Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land dürfen keine leere Formel bleiben. In vielen ländlichen Regionen fehlen bereits heute ausreichende Angebote im öffentlichen Nahverkehr, in der medizinischen Versorgung oder in der sozialen Infrastruktur. LEADER leistet hier einen zentralen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur demokratischen Teilhabe.
Die LAG appelliert daher an die politischen Entscheidungsträger, den ländlichen Raum nicht aus dem Blick zu verlieren und sich klar für den Erhalt und die Weiterentwicklung von LEADER einzusetzen.
Bedeutung von LEADER für den organisierten Sport und das Ehrenamt
Auch für den organisierten Sport im ländlichen Raum ist LEADER von zentraler Bedeutung. Sportvereine sind in vielen Gemeinden weit mehr als reine Anbieter von Bewegungsangeboten, sie sind Orte der Begegnung, des Ehrenamts und des sozialen Zusammenhalts. Gerade dort, wo andere soziale Infrastrukturen fehlen, übernehmen sie eine wichtige gesellschaftliche Funktion.
LEADER-Fördermittel ermöglichen es Vereinen und Kommunen, sportbezogene Projekte und Infrastrukturmaßnahmen umzusetzen, die mit eigenen Mitteln nicht realisierbar wären, etwa die Sanierung und Weiterentwicklung von Sportstätten, den Ausbau von Begegnungs- und Vereinsräumen oder die Schaffung niedrigschwelliger Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen.
Eine Schwächung oder der Wegfall von LEADER würde den ländlichen Sport besonders hart treffen. Viele Vereine arbeiten bereits heute an der Grenze ihrer finanziellen und personellen Leistungsfähigkeit. Steigende Eigenanteile, komplizierte Verfahren und hohe Vorfinanzierungsanforderungen würden ehrenamtlich getragene Strukturen zusätzlich belasten und Engagement erschweren, statt es zu stärken.
Der Erhalt von LEADER ist daher auch eine Investition in den Sport, das Ehrenamt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt im ländlichen Raum. Eine verlässliche und bedarfsgerechte Förderung schafft die Voraussetzungen dafür, dass Sportvereine weiterhin ihren Beitrag zu Gesundheit, Integration, Teilhabe und Lebensqualität leisten können.
Das vollständige Schreiben der LAG „Rund um die Flaeming-Skate“ zur Zukunft von LEADER ab 2028 steht hier zum Download bereit.
