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29.09.2026
Ehrenamt verändert sich: Was Sportvereine heute bei der Gewinnung Engagierter beachten sollten
Ehrenamt ist und bleibt die Grundlage des organisierten Sports.

Gleichzeitig wird es für viele Sportvereine schwieriger, Menschen dauerhaft für Vorstandsämter, organisatorische Aufgaben oder andere verantwortungsvolle Funktionen zu gewinnen.

Ein aktueller Beitrag der Sportschau greift diese Entwicklung auf und verweist auf Zahlen aus dem Sportentwicklungsbericht: Fast 60 Prozent der Sportvereine nennen die Gewinnung und Bindung von Ehrenamtlichen als eine ihrer größten Herausforderungen. Ein Teil der Vereine sieht sich durch den Mangel an freiwilligem Engagement sogar in seiner Existenz bedroht.

Auch bei unseren Gesprächen mit Sportvereinen in Teltow-Fläming zeigt sich: Das Ehrenamt verschwindet nicht, aber es verändert sich.

Weniger langfristige Bindung, mehr projektbezogenes Engagement

Viele Menschen sind weiterhin bereit, sich im Verein einzubringen. Häufig möchten sie sich jedoch nicht mehr sofort für mehrere Jahre an ein Vorstandsamt binden.

Stattdessen gewinnen zeitlich begrenzte, überschaubare und klar beschriebene Aufgaben an Bedeutung. Dazu können zum Beispiel die Mitarbeit bei einer Veranstaltung, die Betreuung eines einzelnen Projekts, Unterstützung bei Öffentlichkeitsarbeit oder Sponsoring oder die Organisation eines bestimmten Vereinsbereichs gehören.

Für Vereine bedeutet das: Nicht immer zuerst nach einer Person für ein komplettes Amt suchen, sondern Aufgaben stärker aufteilen und unterschiedliche Formen der Mitarbeit ermöglichen.

Persönliche Ansprache statt allgemeiner Aufrufe

Beim jüngsten „KSB vor Ort“ in Dahlewitz berichteten mehrere Vereine über ihre Erfahrungen bei der Gewinnung Ehrenamtlicher. Besonders deutlich wurde dabei die Bedeutung der persönlichen Ansprache.

Allgemeine Aufrufe wie „Wir suchen dringend Unterstützung“ erreichen häufig nur wenige Menschen. Erfolgreicher kann es sein, Mitglieder oder Eltern gezielt anzusprechen und dabei konkret zu benennen, welche Aufgabe übernommen werden könnte, wie viel Zeit dafür benötigt wird und welche Unterstützung der Verein bietet.

Der SV Blau-Weiß Dahlewitz berichtete beispielsweise über eine Mitgliederbefragung, in die auch Eltern einbezogen wurden. Dabei wurden nicht nur allgemeine Rückmeldungen abgefragt, sondern auch Fähigkeiten und die Bereitschaft zur Übernahme einzelner Aufgaben.

Ehrenamt muss gut organisiert sein

Wer neue Engagierte gewinnen möchte, sollte auch die Rahmenbedingungen im Verein in den Blick nehmen.

Dazu gehören klare Zuständigkeiten, eine gute Einarbeitung, verlässliche Kommunikation und Aufgaben, die realistisch zu bewältigen sind. Auch digitale Lösungen können helfen, Vorstände und Ehrenamtliche von Verwaltungsarbeit zu entlasten.

Gerade kleinere Vereine sollten prüfen, welche Aufgaben tatsächlich von einem einzelnen Vorstandsmitglied erledigt werden müssen und welche Tätigkeiten auf mehrere Personen, Arbeitsgruppen oder projektbezogene Teams verteilt werden können.

Eltern und Mitglieder stärker einbeziehen

Ein großes Potenzial liegt häufig direkt im eigenen Verein.

Eltern, ehemalige Aktive, Mitglieder oder Menschen aus dem Umfeld des Vereins verfügen über sehr unterschiedliche berufliche und persönliche Kompetenzen. Nicht jede Person möchte Trainerin, Trainer oder Vorstandsmitglied werden. Vielleicht kann sie aber bei Veranstaltungen helfen, eine Homepage betreuen, Förderanträge unterstützen, handwerkliche Aufgaben übernehmen oder ein Projekt begleiten.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:

„Wer möchte ein Ehrenamt übernehmen?“

Sondern auch:

„Welche Fähigkeiten und Möglichkeiten gibt es bereits in unserem Verein – und wie können wir sie nutzen?“

Freiwilligenmanagement als Zukunftsthema

Aus Sicht des Kreissportbundes wird ein systematisches Freiwilligenmanagement für Sportvereine künftig noch wichtiger.

Dazu gehören die gezielte Ansprache potenzieller Engagierter, eine sinnvolle Aufgabenverteilung, Anerkennung und Wertschätzung sowie die Begleitung von Menschen, die sich neu in die Vereinsarbeit einbringen.

Der KSB möchte dieses Thema deshalb auch in seiner weiteren Vereinsberatung und in künftigen Austauschformaten stärker aufgreifen.

Ehrenamt bleibt stark – wenn Vereine neue Wege gehen

Die Herausforderungen bei der Gewinnung Ehrenamtlicher sind real. Gleichzeitig zeigen viele Beispiele, dass Menschen weiterhin bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, wenn Aufgaben zu ihrer Lebenssituation passen und Engagement gut organisiert ist.

Für Sportvereine liegt darin eine wichtige Chance: Ehrenamt muss nicht weniger werden, es muss möglicherweise anders gedacht werden.

Weitere Informationen zum Thema findet ihr im aktuellen Beitrag der Sportschau:

https://www.sportschau.de/breitensport/mangel-an-ehrenamtlichen-bedroht-vereine-in-ihrer-existenz,ehrenamt-sport-100.html